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08.02.2018

Die Zukunft der Arbeit

Bei "KAB im welt:raum" war Holger Meuler, ver.di-Sekretär und IT-Experte zum Thema "Arbeit 4.0" zu Gast.

"KAB im welt:raum" hatte den ver.di-Sekretär und IT-Experten Holger Meuler zu Gast. Spannende Fragen, z. B. nach der Veränderung von Arbeit mit wachsender Digitalisierung, die Folgen für die Beschäftigten und die Gesellschaft, wurden diskutiert.

Grundtenor ist, dass die fortschreitende Digitalisierung insbesondere den wachsenden Dienstleistungssektor, indem fast zwei Drittel aller Erwerbstätigen in Deutschland beschäftigt sind, enorm beeinflussen wird. Untersuchungen gehen davon aus, dass bis 2050 rund die Hälfte aller Jobs in diesem Bereich durch Roboter oder digitale Systeme ersetzt werden (können). Aktuelle Beispiele sind SB-Kassen in Supermärkten, wo die Kunden ihre Einkäufe selbst einscannen und per Karte bezahlen. Konsequenz: Es wird kein Kassenpersonal mehr benötigt. Diese Personen werden dann u.U. als Servicekräfte, die den Kunden die Einkäufe einpacken, eingesetzt. Wie aber werden diese Mitarbeiter dann entlohnt? Das Tarifgefüge in Deutschland basiert auf Eingruppierung, die von der Qualifikation des Mitarbeiters abhängig ist. Ein ‚Einkaufeinpacker' braucht, vereinfacht ausgedrückt, keinerlei Qualifikation. Er/Sie hat auch keine Kassenverantwortung mehr. Es zeigt, dass eine komplette Neubewertung von Arbeit notwendig wird. Anderes Beispiel: Personennahe Pflegeleistungen werden in Zukunft auch von Robotern ausgeführt werden. Diese zahlen aber weder Einkommensteuer noch Sozialabgaben. Auch hier ist ein komplettes Umdenken erforderlich, damit die Sozialsysteme auch in Zukunft funktionieren.

Diese und viele weitere Aspekte zeigen, dass mit der Digitalisierung weitreichende Veränderungen in unserer Gesellschaft einhergehen werden.
Die Teilnehmer diskutierten dies angeregt und nachdenklich. Denn die Digitalisierung wird sich nicht verhindern lassen. Es müssen gesellschaftliche und politische Lösungen gefunden werden, um sie sozialverträglich zu gestalten. Und da bietet die KAB mit ihrer Forderung nach einem Grundeinkommen einen interessanten Ansatz.

Text und Fotos:
Andreas Luce, Bezirksgeschäftsführer des KAB Landesbezirk Saar

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