08.11.2017

Unterwegs auf dem Camino

"KAB im welt:raum" hatte Hans-Werner Kocar als Referenten zu Gast. Er ist zusammen mit seiner Frau den 240 km langen Pilgerweg von Porto nach Santiago de Compostela im Frühjahr 2017 gegangen. Seine Eindrücke hat er am 7. November in Saarbrücken einem interessierten Publikum geschildert.

Am Dienstag, 07.11.17 präsentierte die KAB im welt:raum ein weiteres Vortrags-Highlight: Hans-Werner Kocar berichtete über seinen Pilgerweg von Porto nach Santiago de Compostela, den Camino Portugues. Im Mai 2017 pilgerten seine Frau und er den 240 km langen Jakobsweg mit Start in Porto. Mit beeindruckenden Fotos und jeder Menge Anekdoten rund um die 2-wöchige Pilgerreise gestalte Hans-Werner Kocar einen interessanten und kurzweiligen Abend.

Nur 20 % aller Pilger, die nach Santiago de Compostela kommen, wählen den Camino Portugues. Dadurch, so Hans-Werner Kocar ist diese Strecke längst nicht so überlaufen wie die Route durch Frankreich. So ergeben sich viele Möglichkeiten mit den Menschen entlang des Weges ins Gespräch zu kommen. Manchmal waren sie stundenlang allein unterwegs und konnten die wunderschöne Landschaft und die atemberaubende Natur genießen. Es gab Begegnungen mit ‚Edel-Pilgern‘, die sich ihr Gepäck nachfahren ließen, mit ‚Power-Pilgern‘, von denen manche den Eindruck machten, sie seien auf der Flucht und mit Pferde-Pilgern, die den Camino hoch zu Ross absolvierten.

Die Kocars waren mit leichtem Gepäck - jeder hatte einen 10 kg schweren Rucksack dabei - unterwegs. Wichtig waren eine gute Vorbereitung und eine gute Ausrüstung. Vor allem das Wander-Schuhwerk muss passen, um die überaus lästigen Blasen zu vermeiden. Das ist auch deshalb auf der Strecke durch Nord-Portugal wichtig, da hier viele Kilometer des Weges mit Granitsteinen gepflastert sind.

Nach 15 Tagen war es dann geschafft: Ankunft in Santiago de Compostela. In der beeindruckenden Kathedrale erhielten sie dann die Pilgerurkunde als Beweis der erfolgreichen Pilgerschaft. Das 54 kg schwere Weihrauchgefäß, das früher bei den Pilgermessen durch die Kathedrale geschwenkt wurde, wird heute nur noch zu ganz besonderen Feiertagen eingesetzt. Oder man zahlt 300 Euro, dann wird es auch in der normalen Pilgermesse geschwenkt.

Für die Kocars bleibt diese Wanderung ein unvergessliches Erlebnis. Es war für beide eine interessante Erfahrung, nur mit ganz wenig Gepäck unterwegs zu sein. Begeistert waren sie von den gastfreundlichen und herzlichen Menschen, die sie entlang des Camino Portugues getroffen haben.

Die Besucher des welt:raums waren ebenfalls begeistert von dem spannenden Vortrag.

Und wer weiß: vielleicht kam der eine oder andere Besucher auf den Geschmack und plant nun auch einen Camino.

Bericht mit Fotos