Das Bildungswerk der KAB Trier besucht das SS‑Sonderlager/KZ Hinzert
Am Sonntag, den 9. August 2026, hat die KAB Trier mit 14 Teilnehmenden das ehemalige SS‑Sonderlager/KZ Hinzert-Pölert besucht. Die Gruppe stellte sich der Herausforderung, sich einem Ort zu nähern, an dem zwischen 1939 und 1945 systematische Gewalt, Entmenschlichung und Terror zum Alltag gehörten.
Während der Führung wurde deutlich, dass Hinzert zunächst als „Arbeitserziehungslager“ diente, in dem Menschen, die als „arbeitsscheu“ galten, zur Disziplinierung eingesperrt und ausgebeutet wurden. Ab 1941 kam die sogenannte „politische Schutzhaft“ hinzu: Politische Gegner, missliebige Personen und Menschen, die nicht in das nationalsozialistische Weltbild passten, wurden ohne rechtsstaatliche Grundlage festgehalten – oft auf unbestimmte Zeit.
Die Führung machte auch die systematisch organisierten Morde an Häftlingen sichtbar sowie die menschenverachtende Praxis, über die angebliche „Eindeutschungsfähigkeit“ von Gefangenen zu entscheiden. Hinzert war Teil eines umfassenden Lagersystems, das auf Unterdrückung, Ausbeutung und Vernichtung beruhte.
Ein Teilnehmer brachte seine Erschütterung über das Gehörte und Gesehene eindringlich zum Ausdruck: „Diese unmenschlichen Grausamkeiten waren für mich kaum zu ertragen – dass es solch eine Empathielosigkeit gibt.“
Der Besuch hat uns erneut bewusst gemacht, wie wichtig es ist, die Erinnerung wachzuhalten und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Hinzert mahnt uns, dass Menschenwürde und Mitmenschlichkeit niemals selbstverständlich sind.
Text: Anne Basten, Diözesanseelsorgerin der KAB Trier
Fotos: Peter Kaiser, KAB Reifferscheid-Rodder













